Endlich Praxiserfahrungen!

Der Einstieg in das praktische Jahr ist ein spannender Lebensabschnitt für alle Medizinstudenten. Die angehenden Ärzte bekommen die lang ersehnte Möglichkeit, den Vorlesungssaal gegen Orte der praktischen Berufsausübung einzutauschen.

Dieser Artikel bietet Ihnen alle Informationen rund um das Thema PJ im Medizinstudium.

  • Aufbau und Ablauf des praktischen Jahres
    • Innere Medizin
    • Chirurgie
    • Allgemeinmedizin
    • Wahlbereich
  • Bewerbung und Termine für das PJ
  • Welches Krankenhaus soll es werden?
  • PJ: Gehalt und Urlaub
  • Das praktische Jahr in Teilzeit und im Ausland

Der vorklinische und klinische Teil des Studiums sind abgehakt. Insofern das Studium in Regelstudienzeit absolviert wird, sind zu diesem Zeitpunkt bereits 5 Jahre vergangen.

Das ist eine lange Zeit und für viele Medizinstudenten dreht sich ein Großteil ihres Lebens darum, das Studium erfolgreich abzuschließen.

Die Voraussetzungen für den Zugang zum PJ sind ein erfolgreich abgeschlossenes erstes Staatexamen (Physikum) und das Bestehen des schriftlichen Teils des zweiten Staatsexamens.

In den ersten 10 Semestern wurde viel medizinisches Wissen erworben und die Lust darauf, endlich fertig zu sein, in die Praxis einzutauchen und Geld zu verdienen, ist groß.

Mehr Informationen zum Ablauf der Ärzteausbildung in Deutschland finden Sie im Artikel Medizinstudium.

Im Pflegepraktikum sowie in der Famulatur hatten die Medizinstudenten bereits die Möglichkeit, einen ersten Einblick in die Praxis der Ärzteberufe zu erhaschen.

Nun ist der Teil der Medizinerausbildung gekommen, in welchem die Arbeit am Patienten in den Fokus gerückt wird. Die Theorie wird in die Praxis überführt und Gelerntes soll vertieft und ausgebaut werden.

Die Medizinstudenten werden bei ihren Aufgaben während des praktischen Jahres von ihren Ausbildern angeleitet und stehen unter deren Verantwortung. Das sind in jedem Fall ausgebildete Ärzte, welche den Studenten mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Aufbau und Ablauf des praktischen Jahres

Das PJ ist der letzte Abschnitt des Medizinstudiums und dauert ein Jahr. Nach Regelstudienzeit findet das PJ im 11. und 12. Semester statt. Für die angehenden Ärzte rückt der Abschluss in greifbare Nähe.

Während des praktischen Jahres müssen die Studenten Logbücher führen. Hier werden wichtige Ausbildungsschritte dokumentiert und reflektiert.

Das praktische Jahr ist in drei Abschnitte aufgeteilt, welche Tertiale genannt werden. Ein Tertial hat eine Dauer von 16 Wochen bzw. 4 Monaten.

In der Regel werden diese 16 Wochen ohne Unterbrechung durchgeführt. Je nachdem an welcher Universität man studiert, bietet sich die Möglichkeit, zum Beispiel ein Tertial in zwei achtwöchige Teile aufzuspalten.

Diese Option ist natürlich interessant, wenn man viele verschiedene Eindrücke sammeln will. Bitte informieren Sie sich jedoch über etwaige Bestimmungen des Landes und der Universität, bevor es zu irgendwelchen Ungereimtheiten oder Problemen bei Ihrer Planung kommt.

Durch die Erste Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte, welche 2012 in Kraft trat, können die Studierenden nun an Krankenhäusern und Lehrkrankenhäuser in ganz Deutschland ihre Tertiale absolvieren und sind nicht mehr an die Krankenhäuser in der Umgebung ihrer Universität gebunden.

Wer außerhalb studiert hat und nun ein Tertial in der Heimat machen will (oder umgekehrt), kann dies nun tun. Die regionalen Restriktionen wurden aufgehoben. Das ist auch für diejenigen Studenten von Vorteil, welche das PJ dafür nutzen möchten, neue Städte kennenzulernen.

Ein wichtiger Grund bei dieser Entscheidung war, dass die Krankenhäuser in ländlichen Regionen mit in die Ärzteausbildung einbezogen werden sollen.

Der Hintergrund hierfür ist die Hoffnung, dass die Jungärzte sich später auch in ebendiesen ländlichen Regionen niederlassen, um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken.

Die Tertiale sind verschiedene Stationen, welche in den folgenden drei medizinischen Fachbereichen absolviert werden:

  1. Innere Medizin
  2. Chirurgie
  3. Allgemeinmedizin oder Wahlbereich

Innere Medizin

Jeder Medizinstudent in Deutschland muss eines seiner Tertiale im Fachbereich der inneren Medizin absolvieren, denn es ist ein Pflichttertial. In den meisten Fällen ist es den PJ-Studierenden selbst überlassen, in welcher Reihenfolge sie die Tertiale belegen.

Es bietet sich jedoch an, mit dem Bereich der inneren Medizin zu beginnen, da man hier wichtige Grundlagen erlernt, welche man auch in anderen Bereichen benötigt. Zu den Fähigkeiten, welche hier häufig geübt werden und in allen anderen Fächern auch wichtig sind, gehört zum Beispiel das Blutabnehmen.

Die Sonografie bietet sich ebenfalls in der inneren Medizin an. Der Umgang mit Ultraschallgeräten ist nicht leicht und wer diese Geräte bereits im PJ meistert, hat es im späteren Berufsleben deutlich leichter.

Eine von den Fähigkeiten, welche besonders schwer zu lernen sind, ist die Auskultation. Das Tertial in der inneren Medizin kann wichtige Übungsstunden dafür bieten, das Gehör zu schulen. In der Theorie lässt sich diese Fähigkeit nur schwerlich erlangen.

Auch der Umgang mit dem Elektrokardiogramm (EKG) gehört zu diesen Kernkompetenzen. In der inneren Medizin finden EGKs häufig Anwendung und daher kann der Umgang mit den Geräten in diesem Tertial besonders gut geübt werden.

Hinzu kommen Aufgaben wie die Durchführungen subkutaner Injektionen und Bluttransfusionen. Auch die Entnahme von Abstrichen und das Legen peripherer Venenkatheter ist wichtig.

Zu den ärztlichen Tätigkeiten, die weder für die PJ-Studenten, noch für die Patienten angenehm ist, zählt zum Beispiel die digitale rektale Untersuchung (DRU).

Doch das sind nicht alle Inhalte, die PJ-Studierende in der inneren Medizin kennenlernen. In diesem Tertial werden einige Techniken nur beobachtet und nicht selbst durchgeführt.

Hierzu zählen zum Beispiel verschiedene Endoskopieverfahren, wie z.B. die Gastro- oder Bronchoskopie. Auch das Legen eines Blasenkatheders gehört dazu. Zusätzlich sollen die angehenden Ärzte bei der Betreuung beatmeter Patienten mitwirken.

Chirurgie

Auch im Fachbereich der Chirurgie muss im Medizinstudium ein Pflichttertial abgeleistet werden. Den PJ-Studenten soll ein Mindestmaß an praktischen Erfahrungen im chirurgischen Bereich an die Hand gegeben werden, bevor sie ihre Approbation erlangen und als Ärzte tätig werden.

Hierfür werden ihnen wichtige Grundlagen der Wundbehandlung (prä- und postoperativ) beigebracht. Auch das Thema Sterilität im Operationssaal ist von großer Bedeutung. Hinzu kommen allerlei Assistenztätigkeiten bei verschiedenen Operationen.

In der praktischen Stationsarbeit bedeutet dies neben Verbandswechseln auch das Entfernen von Naht- und Klammermaterial. Hinzu kommen Aufgaben wie Drainagenentfernungen und das Legen von Magensonden.

Die Medizinstudenten müssen bei mehreren Operationen als Assistent gedient haben. Hierzu zählen Lymphknoten- oder Hämorrhoidenentfernungen, Leistenbrüche, aber auch Operationen der Organe (z.B. Leber, Nieder, Milz, Gallenblase, usw.) gehören dazu.

Zusätzlich sollen die angehenden Ärzte bei laparoskopischen Operationen als Assistenzkraft den ausbildenden Arzt unterstützt haben. Das eigenständige Verschließen von Wunden durch Haut- oder Klammernaht wird ebenfalls von den Studierenden verlangt.

Es kann vorkommen, dass die PJ-Studenten die Möglichkeit erhalten, bei verschiedenen Organtransplantationen (z.B. Nieren-Pankreas- oder Lebertransplantation) oder Organentnahmen als Assistenzkraft tätig zu werden.

Außerdem werden in der Chirurgie wichtige Grundfähigkeiten in der Schmerzanamnese und Schmerztherapie vermittelt. Die Überprüfung der Funktion peripherer Nerven wird ebenfalls gelernt.

Im Zusammenhang mit Operationen sind natürlich Fertigkeiten in der Sonografie und die Analyse von Röntgenbildern wichtig.

Auch das Stilllegen von Blutungen ist eine wichtige Kompetenz in der Chirurgie. PJ-Studierende erlernen hier Blutungen mittels Kompression, Diathermie und Ligatur zu stoppen.

Diese Aufzählung hat selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da das mögliche Aufgabenfeld für PJ-Studenten in der Chirurgie sehr umfangreich ist. Auch hängt es stark von der jeweiligen Universität und dem Studenten selbst ab, was er erlernen muss bzw. wird.

Allgemeinmedizin

Der Fachbereich der Allgemeinmedizin gehört nicht zu den Pflichttertialen. Wahlweise kann stattdessen auch einer der anderen medizinischen Fachbereiche (Wahlbereich) gewählt werden.

Falls die angehenden Ärzte im Umkreis der Heimat-Uni bleiben möchten, so hatten einige bereits das Problem, dass nicht überall ein Platz für das PJ in der Allgemeinmedizin angeboten wurde.

Gerade für Medizinstudenten, welche sich später in einer hausärztlichen Praxis niederlassen wollen und keine Karriere als Arzt im Krankenhaus anstreben, ist und war das überaus nachteilig.

Aus diesem Grund und weil der Hausärztemangel gerade in ländlicheren Regionen gravierende Probleme verursacht, hat man sich im Masterplan Medizinstudium 2020 (MM2020) darauf verständigt, Veränderungen an der Konzeption des praktischen Jahres vorzunehmen.

Fortan soll das praktische Jahr nicht mehr in drei viermonatige Tertiale, sondern in vier dreimonatige Quartale aufgeteilt werden. Die zusätzliche Einheit wird dann ein Pflichtquartal, welches in der ambulanten Versorgung erbracht werden muss.

Im Quartal der ambulanten Versorgung werden Studenten zwar nicht verpflichtet, in die Allgemeinmedizin zu gehen, doch es bietet ihnen zumindest einen geeigneten Rahmen dafür und wird höchstwahrscheinlich einen positiven Einfluss auf das Angebot an Plätzen haben.

Bereits jetzt bietet das Absolvieren eines Tertials in einer allgemeinmedizinischen Hausarztpraxis den Vorteil, in sehr engem Kontakt zum ausbildenden Arzt zu stehen. Gerade bei einer Einzelpraxis kann hier eine sehr vertrauensvolle und kollegiale Beziehung entstehen, welche sich positiv auf die Lernatmosphäre auswirkt.

Zu den Arbeitstechniken und Vorgehensweisen, welche im Wahlfach Allgemeinmedizin vermittelt werden, gehören natürlich körperliche Untersuchungen und die hausärztliche Anamnese. Das gilt einerseits für Erwachsene, aber auch für Kinder.

Viele Aufgaben betreffen die Diagnose, Betreuung und Beratung von Patienten, mit vielfältigen Krankheitsbildern. Das muss nicht immer in der Praxis geschehen. Auch Hausbesuche können zu den Aufgaben eines Allgemeinmediziners gehören.

Wahlbereich

Bei der momentanen Regelung ist es so, dass man nicht in die Allgemeinmedizin muss. Stattdessen können Medizinstudenten sich auch einen Wahlbereich frei nach Belieben aussuchen und eins ihrer Tertiale darin absolvieren.

Das ist natürlich eine großartige Möglichkeit, den eigenen Vorlieben und Interessen nachzugehen und zu überprüfen, ob einem der favorisierte Fachbereich auch im praktischen Alltag gefällt.

Im Wahlfach können beispielsweise folgende Fachbereiche besucht werden:

  • Anästhesiologie
  • Dermatologie
  • Gynäkologie
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Hals-, Nasen- und Augenheilkunde
  • Neurochirurgie
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pädiatrie
  • Palliativmedizin
  • Pathologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatik
  • Radiologie
  • Urologie

Natürlich hängt die Auswahl der Fächer von der jeweiligen Universität und dem Landeprüfungsamt ab und kann von dieser Liste abweichen.

Ansonsten ist zu erwarten, dass in den meisten Wahlbereichen Tätigkeiten vermittelt und erlernt werden, welche in vielen medizinischen Fachbereichen vonnöten sind.

Hierzu zählen zum Beispiel die Fähigkeit, eine adäquate Arzt-Patienten-Beziehung aufbauen zu können und Grundfertigkeiten der Krankenuntersuchung (z.B. Puls- und Temperaturmessung, Einschätzung der Atmung, Beurteilung von Lymphknoten oder das Feststellen des Todes).

Auch eine sorgfältige Handhabung von Laborergebnissen und die Patientenaufklärung gehören dazu. Ein professioneller Umgang mit infektiösen Patienten sowie alle Arten der Injektion und Blutentnahme sind ebenfalls zu nennen.

Zusätzlich müssen die angehenden Ärzte eine Reihe allgemeiner Krankheitsbilder erkennen und deren Behandlung benennen können.

Dazu gehören verschiedene Arten von Frakturen, Suchterkrankungen, Herzinfarkte, Pneumonien, Schlaganfälle und Depressionen.

Beide Listen ließen sich natürlich beliebig lange fortführen, da sie auch von Ausbildungsstätte zu Ausbildungsstätte variieren.

Bewerbung und Termine für das PJ

Doch wie genau kommt man an seine PJ-Plätze? Nach bzw. vor erfolgreichem Abschluss des schriftlichen Teils des zweiten Staatsexamens müssen sich Studierende rechtzeitig um die Plätze für die Tertiale bemühen.

Wenn sie hierfür nicht an ihrer Heimatuniversität bleiben möchten, können sie sich auch an externen Universitäten bewerben. Welches Krankenhaus es dann genau wird, ist nicht immer frei wählbar, doch meistens wird versucht, den Wünschen der Studenten gerecht zu werden.

Die Bewerbungsverfahren sind jedoch nicht einheitlich geregelt. Meistens bewirbt man sich mit einem online verfügbaren Formular postalisch oder per E-Mail. Einige Universitäten bieten inzwischen auch Onlineportale für die Bewerbung an.

Für die Bewerbungen benötigt man üblicherweise ein Antragsformular und Bescheinigungen, über die bereits erbrachten Leistungen (Physikum, Famulatur, etc.).

Überblick über die Termine für die Tertiale des praktischen Jahres 2018-2021.

Überblick über die Termine für die Tertiale des praktischen Jahres 2018-2021.

 

Je nachdem welche Veränderungen bezüglich der Aufteilung des praktischen Jahres im Zuge des Masterplans Medizinstudium 2020 auftreten, können diese Termine in Zukunft natürlich noch variieren.

Welches Krankenhaus soll es werden?

Eine riesige Uniklinik mit schier unüberschaubarem Betrieb, ein durchschnittlich großes Krankenhaus oder doch lieber eine kleine Einrichtung auf dem Land? Wie viel man im PJ lernt, hängt stark von der Einrichtung und den ausbildenden Ärzten ab.

Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, gibt es zahlreiche Portale, welche einem die Auswahl bei der großen Anzahl möglicher Krankenhäuser erleichtern.

So bietet zum Beispiel das Portal PJ-Ranking knapp 24.000 Erfahrungsberichte von ehemaligen PJ-Studierenden, welche Informationen zum Ablauf, dem Personal und dem Gehalt ihres Tertials bieten und dieses mittels Schulnotensystem bewerten.

Hier gibt es Erfahrungsberichte von Krankenhäusern in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Australien, Neuseeland und Afrika. Das ist natürlich für reiseinteressierte Studenten von Vorteil. Doch auch alle anderen Studierenden profitieren von den Berichten ihrer Vorgänger.

Für den Studenten kann das in Sachen Lernerfolg und Spaß bei der Arbeit einen erheblichen Unterschied machen.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die PJ-Studenten in manchen Kliniken nur als billige Arbeitskräfte angesehen werden oder die auszubildenden Ärzte selbst gar keine Zeit für ihre Schützlinge haben.

PJ: Gehalt und Urlaub

Der Höchstsatz, den deutsche Krankenhäuser ihren PJ-Studierenden zahlen, beträgt nur 597€. Und das, obwohl die Studenten in Vollzeit an den Krankenhäusern tätig sind.

Das ist nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass hiervon Miete, Essen, Krankenkassenbeiträge und auch alles andere bezahlt werden muss.

Darüber täuscht auch nicht die Tatsache hinweg, dass einige Krankenhäuser ihren Studenten zusätzlich Essensmarken geben, für welche sie sich Essen in der Kantine holen können.

Die meisten Medizinstudenten sind daher während des praktischen Jahres auf die finanzielle Hilfe der Familie, Stipendien, Bildungskredite oder andere Fördermaßnahmen angewiesen.

Viele Vereinigungen, die sich für Medizinstudenten einsetzen, erachten diesen Zustand als nicht haltbar und plädieren daher für eine bundeseinheitliche und faire Vergütung für die PJ-Studenten.

Einer dieser Zusammenschlüsse ist der Berufsverband Hartmannbund. Dieser hat über 600 Krankenhäuser dazu befragt, welche Vergütungen an Studenten im praktischen Jahr gezahlt werden.

 

Überblick über die Aufwandsentschädigungen der Krankenhäuser für die PJ-Studenten (pro Monat). Quelle der Zahlen: Hartmannbund.

Überblick über die Aufwandsentschädigungen der Krankenhäuser für die PJ-Studenten (pro Monat). Quelle der Zahlen: Hartmannbund.

 

Einen Urlaub in diesem Sinne gibt es für Medizinstudenten während des praktischen Jahres nicht. Den angehenden Ärzten werden allerdings 30 Fehltage während den drei Tertialen zugestanden.

Ob diese für einen Urlaub, zum Lernen oder wegen Krankheit genommen werden, ist dabei unerheblich. Von diesen 30 Tagen, dürfen maximal 20 in einem Tertial genommen werden.

Viele Studenten heben 20 ihrer Fehltage auf, um diese am Ende des praktischen Jahres zu nehmen, damit noch Zeit zum Lernen für den mündlichen Teil des zweiten Staatsexamens ist.

Das praktische Jahr in Teilzeit und im Ausland

In der Ersten Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte wurde die Möglichkeit für Medizinstudenten eingeführt, das praktische Jahr in Teilzeit zu absolvieren.

Gerade für Eltern und andere Studenten, die zeitlich eingeschränkt sind, ist diese Lösung ein erheblicher Vorteil. Das PJ kann in 50% und 75% Teilzeit durchlaufen werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das praktische Jahr, beziehungsweise ein Teil dessen, im Ausland zu absolvieren. Häufig besteht sogar die Möglichkeit, ein einzelnes Tertial zur Hälfte im In- und zur Hälfte im Ausland zu absolvieren. Die genaue Regelung ist jedoch von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich.

Wichtig ist hierbei, darauf zu achten, dass die Ansprüche der Approbationsordnung erfüllt werden, damit es zu keinen Problemen bei der Anerkennung kommt. Eine sorgsame Vorbereitung des Vorhabens ist daher dringend ratsam.

Viele Universitäten haben Partneruniversitäten im Ausland, was die Vorbereitung des Auslandsaufenthalts während des praktischen Jahres erheblich vereinfacht.

Das PJ ist eine intensive Erfahrung für die Medizinstudenten

Das praktische Jahr ist für die meisten Medizinstudenten eine spannende und hoffentlich auch lehrreiche Zeit. Die Auswahl der richtigen Lehrkrankenhäuser und eines passenden Wahlbereichs sind hierbei von entscheidender Bedeutung.

Die Anstrengungen, die auf die angehenden Ärzte zukommen, sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. Die Kombination aus alltäglicher Arbeitsbelastung, Lernstress und geringer Vergütung sind vielen ein Dorn im Auge.

Glücklicherweise ist der Abschluss des Medizinstudiums zum Zeitpunkt des praktischen Jahres bereits in greifbarer Nähe und die PJ-Studenten können sich darauf freuen, bald als approbierte Ärzte tätig werden zu dürfen.

Medihead wünscht Ihnen ein interessantes und erfolgreiches praktisches Jahr.

Kategorien: Allgemein

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