Wie hoch ist das Gehalt von Ärzten in Deutschland?

Im Vergleich zu anderen Berufen haben Ärzte überdurchschnittliche hohe Gehälter. In einigen Gehaltsvergleichen stehen sie sogar als Deutschlands Spitzenverdiener da. Doch Ärztegehalt ist nicht gleich Ärztegehalt.

Zum Teil sind erhebliche regionale Unterschiede festzustellen und auch das Gefälle zwischen besser und schlechter verdienenden Ärzten ist nicht unwesentlich.

Dieser Artikel bietet Ihnen einen Überblick über die Gehälter von Ärzten in Deutschland nach Bundesländern und Karrierestufen.

Die folgende Grafik zeigt die Mittelwerte der Gehälter von Ärzten in Deutschland und den verschiedenen Bundesländern Stand Januar 2019. Außerdem können Sie der Grafik die Mindesthöhe der Gehälter der obersten 25% (3. Quartil) entnehmen.

Gehaltsvergleich für Ärzte nach Bundesländern

Im bundesweiten Durchschnitt haben Ärzte ein Bruttomonatsgehalt von 6.259€. Das dritte Quartil liegt bei 9.765€, was bedeutet, dass das Gehalt des obersten Viertels der Ärzte mindestens so viel beträgt. 25% der Ärzte in Deutschland verdienen monatlich höchstens 4.028€ brutto.

Betrachten wir die Gehälter abhängig von den Bundesländern, so zeigt sich, dass die Mittelwerte der Gehälter in Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland besonders hoch sind. Hier gibt es Unterschiede von bis zu 39% im Vergleich zu anderen Bundesländern.

Für die Spitzenverdiener unter den Ärzten sieht es in Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt besonders gut aus. Gerade Sachsen-Anhalt sticht mit 13.809€ hervor.

Im 3. Quartil lassen sich Abweichungen von über 100% feststellen. Am schlechtesten sieht es für die Topverdiener in Mecklenburg-Vorpommern aus. Hier liegt die Mindesthöhe des Gehalts der obersten 25% bei nur 6.867€.

Auch bei den Ärzten mit geringeren Gehältern ist die Schere weit geöffnet.

In Sachsen sind die Gehälter der schlechter verdienenden Ärzte auffallend gering. Das erste Quartil liegt hier gerade mal bei 2.960€. Sachsen bildet damit das Schlusslicht im bundeweiten Vergleich. Im Saarland liegt das 1. Quartil hingegen bei 5.847€, was einen Unterschied von fast 98% ausmacht.

Unterschiede bei allgemeinem Lohnniveau und Ärztegehältern nach Bundesländern

Die beobachteten Tendenzen der Ärztegehälter stimmen allerdings nicht mit dem allgemeinen Lohnniveau der deutschen Bundesländer überein.

 

Gehaltsatlas 2018: Überdurchschnittliche Bundesländer im Lohnniveau.

Gehaltsatlas 2018: Überdurchschnittliche Bundesländer im Lohnniveau.

 

Gerade Hessen und Baden-Württemberg stechen beim Lohnniveau mit 112,7% und 110% besonders hervor. Bei den Gehältern der Ärzte sind diese Bundesländer jedoch nur im Mittelfeld angesiedelt.

Auch Sachsen-Anhalt hebt sich in Sachen Ärztegehälter ab. Das Lohnniveau von Sachsen-Anhalt liegt bei 75,4%, doch die Ärztegehälter sind in diesem Bundesland bewegen sich in der Nähe des Mittelwerts und sind für Spitzenverdiener sogar überdurchschnittlich hoch.

Die Gehälter der Ärzte sind daher nicht repräsentativ für die Gehaltsstrukturen in anderen Berufsgruppen und bilden zum Teil sogar Ausnahmen.

Ausschlaggebend für die generellen Abweichungen im Lohnniveau sind zum Beispiel Unterschiede in den Lebenshaltungskosten, der Infrastruktur oder der geographischen Ballung von Unternehmen in einer Branche.

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Nicht nur die Region ist für die Höhe des Gehalts ausschlaggebend

Anhand der ersten Grafik lassen sich sehr gut die regionalen Unterschiede in der Höhe der Ärztegehälter erkennen. Doch es gibt noch weitere Faktoren, welche für das Einkommen der Ärzte entscheidend sind.

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, ob der Arzt sich in einem Angestelltenverhältnis befindet oder zum Beispiel als niedergelassener Arzt selbstständig tätig ist.

Besonders als niedergelassener Arzt ist die Spanne, wie hoch das Gehalt ist, besonders groß. Die Höhe des Gehalts hängt an dieser Stelle nicht nur von dem Fachgebiet und regionalen Faktoren ab, sondern auch vom unternehmerischen Geschick des Arztes und der gewählten Praxisform.

Der bundesweite Mittelwert für das monatliche Bruttoeinkommen niedergelassener Ärzte beträgt 7.812€. Betrachtet man die Mittelwerte der Bundesländer, so scheinen niedergelassene Ärzte mit 9.042€ in Hessen am besten und mit 5.888€ in Sachsen-Anhalt am schlechtesten aufgehoben zu sein.

Quelle der Zahlen: Gehaltsvergleich.com, Stand 01/2019

Mit der Facharztausbildung zu einem höheren Gehalt

Ein weiterer Aspekt, welcher Auswirkungen auf die Höhe des Gehalts des Arztes hat, ist die Weiterbildung zum Facharzt. Während der fünf- bis sechsjährigen Ausbildungszeit trägt der Arzt die Berufsbezeichnung Assistenzarzt.

Der Mittelwert für das monatliche Bruttogehalt eines Assistenzarztes liegt in Deutschland bei 4.422€ und weist über die verschiedenen Bundesländer eine relativ geringe Abweichung auf. Was das dritte Quartil anbelangt, so stechen besonders Brandenburg (6.884€) und Niedersachsen (7.097€) hervor.

Ist die Ausbildung abgeschlossen und der Facharzttitel erlangt, so erhöht sich selbstverständlich auch das Einkommen. Bei Fachärzten für Allgemeinmedizin liegt der bundesweite Mittelwert bei 6.133€. Die obersten 25% verdienen mindestens 9.569€.

Auf Länderebene ist das Saarland mit einem Mittelwert von 6.930€ der Spitzenreiter und Mecklenburg-Vorpommern sowie Schleswig-Holstein sind mit 5.741€ die Schlusslichter.

Quelle der Zahlen: Gehaltsvergleich.com, Stand 01/2019

Natürlich ist gerade beim Facharzt das Gehalt stark vom Fachgebiet abhängig. Besonders Fachärzte für Radiologie verdienen meist sehr gut.

Im öffentlichen Bereich gibt es Tarifverträge für Universitätskliniken und kommunale Krankenhäuser. Den folgenden Tabellen können Sie die Höhe der Gehälter für Ärzte und Fachärzte entnehmen, die nach Tarifverträgen entlohnt werden.

Überblick über die Gehälter für Ärzte und Fachärzte nach Tarifverträgen an kommunalen Krankenhäusern und Universitätskliniken.

Überblick über die Gehälter für Ärzte und Fachärzte nach Tarifverträgen an kommunalen Krankenhäusern und Universitätskliniken. Quelle der Zahlen: oeffentlicher-dienst.info, Stand 01/2019.

 

Im Angestelltenverhältnis in Krankenhäusern ist die Position besonders wichtig

Ärzte, die in einem Krankenhaus arbeiten, verdienen gemäß ihrer Position in der Krankenhaushierarchie. Übernimmt ein Arzt eine Führungsposition, wie zum Beispiel die des Oberarztes oder des Chefarztes, steigt das Gehalt entsprechend.

In diesem Artikel finden Sie weitere Informationen zur Karrierelaufbahn vom Assistenzarzt zum Chefarzt.

Im Schnitt sind 24% des ärztlichen Personals eines Krankenhauses Oberärzte. Sie sind dafür zuständig, die Ärzte in ihrem Fachbereich anzuleiten und deren Arbeit zu koordinieren. In den meisten Fällen sind sie ebenfalls für die Ausbildung der Fachärzte verantwortlich.

Oberärzte verdienen im bundesweiten Schnitt monatlich 8.240€ brutto. Das erste Quartil liegt hier bei 5.859€ und das dritte Quartil bei 11.880€. Besonders attraktive Bundesländer für Oberärzte sind Baden-Württemberg mit einem Mittelwert von 8.617€, Nordrhein-Westfalen (8.642€) und Rheinland-Pfalz (8.462€).

Für Spitzenverdiener scheinen besonders Schleswig-Holstein und Thüringen interessant zu sein, obwohl diese Bundesländer im Durchschnitt in der unteren Hälfte angesiedelt sind.

Chefärzte, auch leitende Ärzte genannt, machen rund 8% des ärztlichen Personals eines Krankenhauses aus. Ihnen obliegt die Leitung eines Fachgebiets und der entsprechenden Oberärzte in dem jeweiligen Krankenhaus. Hinzu kommen Aufgaben in ökonomischen Bereichen der Klinik, wie z.B. die Wirtschaftlichkeit der Station im Auge zu behalten.

Der Mittelwert für die Gehälter von Chefärzten in Deutschland liegt bei 13.833€, das untere Quartil bei 8.587€ und das obere Quartil bei 23.330€.

Auf Länderebene sticht besonders Nordrhein-Westfalen mit einem Mittelwert von 17.385€ und einem dritten Quartil von 30.109€ hervor.

Quelle der Zahlen: Gehaltsvergleich.com, Stand 01/2019

Die Gehälter von Ärzten in leitender Position können frei verhandelt oder nach Tarifvertrag bemessen werden. Diesen Tabellen können Sie die Gehälter der Ärzte in Führungspositionen nach Tarifverträgen entnehmen.

Überblick über die Gehälter für Ärzte in Führungspositionen nach Tarifverträgen an kommunalen Krankenhäusern und Universitätskliniken.

Überblick über die Gehälter für Ärzte in Führungspositionen nach Tarifverträgen an kommunalen Krankenhäusern und Universitätskliniken. Quelle der Zahlen: oeffentlicher-dienst.info, Stand 01/2019.

 

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt auch das Gehalt

Es nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch, die Karriereleiter der Ärzte emporzuklettern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich ein Ansteigen des Ärztegehalts in Abhängigkeit von den Berufsjahren beobachten lässt.

Beim Berufseinstieg verdienen Ärzte monatlich im Schnitt ca. 4.500€ brutto. Das größte Wachstum ist in den ersten fünf Jahren zu verzeichnen und beträgt im Schnitt rund 20%.

Bis zum 10. und 15. Jahr der Berufsausübung steigt das Gehalt dann in der Regel um weitere 7% und 6%. Vom 15. bis zum 20. Berufsjahr ist das geringste Wachstum zu verzeichnen, welches rund 3% beträgt.

Überblick über die durchschnittliche Zunahme des Ärztegehalts.

Überblick über die durchschnittliche Zunahme des Ärztegehalts.

 

Doch es gibt noch weitere Gründe für die Gehaltssteigerungen neben der Verbesserung der Position in der Ärztehierarchie.

Mit zunehmendem Alter ist unter den Ärzten eine steigende Bereitschaft zur Niederlassung zu verzeichnen. Das Mehr an Erfahrung ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass sich Ärzte das Führen einer eigenen Praxis zutrauen.

Ob in einer Einzel-, Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft: Niedergelassene Ärzte verdienen häufig mehr als Ärzte in einem Angestelltenverhältnis. Natürlich ist das nicht immer so und hängt von vielen Faktoren, wie z.B. dem Fachgebiet und dem Standort ab.

Sind die hohen Gehälter für Ärzte gerechtfertigt?

Auf den ersten Blick sind die Gehälter von Ärzten vergleichsweise hoch. Betrachtet man den bundesweiten Gehaltsdurchschnitt, so bestätigt sich diese Annahme. Laut Statistischem Bundesamt lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich 2017 bei 3.771€.

Doch der Beruf des Arztes ist in kaum einer Weise durchschnittlich. Ärzte müssen das Medizinstudium durchlaufen, welches mindestens 12 Semester in Anspruch nimmt. Diese 6 Jahre sind von einem ungeheuren Leistungsdruck geprägt und werden häufig von finanziellen Engpässen begleitet.

Auch der spätere Arbeitsalltag verlangt von den Ärzten einiges ab. Mit dem Dienst am Menschen und dem Versuch die Gesundheit der Patienten zu fördern oder wiederherzustellen, geht eine enorme Verantwortung einher.  Fehler können nicht nur aus juristischen Gesichtspunkten verehrende Folgen haben, sondern Ärzte auch persönlich schwer belasten.

Das führt bei vielen Ärzten zu Stress und kaum einer würde seinen Beruf als besonders entspannt beschreiben. Dennoch ist der Beruf außerordentlich wichtig für die Gesellschaft.

Daraus speist sich nicht nur die berufliche Erfüllung, die mit dem Ärzteberuf einhergehen kann, sondern auch die soziale Wertschätzung der Ärzte. Diese spiegelt sich schlussendlich auch im Gehalt wieder.

Die Gehälter von Ärzten sind zu Recht überdurchschnittlich

Ob die genaue Höhe des Ärztegehalts den Entbehrungen des Berufes angemessen ist, ist jedoch eine ganze andere Frage. Die zum Teil sehr großen Unterschiede in den Ärztegehältern zeigen, dass es sicherlich Beispiele dafür gibt, dass Ärzte angemessen entlohnt werden.

Allerdings gibt es ebenso Beispiele dafür, dass das Gegenteil der Fall ist. Wer nach 6 Jahren Studium in Rheinland-Pfalz für durchschnittlich ca. 2.500€ brutto als Assistenzarzt angestellt ist, darf sich berechtigterweise fragen, ob dieses Gehalt angemessen ist.

Die Unterschiede in den Gehältern erklären sich nicht nur durch regionale Faktoren. Allem voran steht die Art des Arbeitsverhältnisses. Ob der Arzt selbstständig oder angestellt mit und ohne Tarifvertrag arbeitet, beeinflusst die Höhe des Gehalts zum Teil stark.

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